In Italien kauft, wer, wie ich, Geld und Stil hat, nicht im Supermarkt ein, sondern im Alimentari – bei einem kleinen Lebensmittelhändler. Mein kleiner Lebensmittelhändler ist 1,95 und heißt Armando. Wenn ich eine Nacht nicht geschlafen und/oder mit Daniela Mercury gestritten habe und morgens in seinen Laden komme, sieht er mich an und weiß bescheid und fragt: “Was ist denn mit Dir los?”. Ich antworte sauer: “Nichts, wieso?” Dann geht’s mir gleich besser.
Ich gehe seit Jahren mindestens 3 x am Tag zu Armando. Morgens, um meinem kleinen Legolas das zu kaufen, was man Kindern heute anstelle von Pausenbroten mit in die Schule gibt, mittags gegen 12:00, um mir ein zwei Bierchen zu holen und abends für den Rest.
Vor kurzen habe ich Armando mal von Leberwurst und Graubrot erzählt. Sowas gibt es ja hier nicht (zumindest in Rom und südlich davon nicht). Hier gibt es jede Menge Pasteten aus Oliven, Lachs, …, aber eben keine Kalbsleberwurst. Es gibt inzwischen auch Bio-Läden mit ganz exaltierten 4- und 6-Kornbroten, aber ein echtes Graubrot oder Doppelback gibt es nicht.
Heute abend komme ich zu Armando, steht der schon wartend in der Tür zu seinem 9-Quadratmeterladen und grinst mich triumphierend an: Großes Geschenk für mich.
Und so sitze ich hier jetzt mit deutschem Roggenmischbrot und (zwar nicht mit deutscher Kalbsleberwurst, aber immerhin) französischer Gänseleberpastete.
Warum schreibt man sowas? Und schickt das ins Netz? Keine Ahnung. Macht Spaß. Just a tweet.





2 responses so far ↓
1 vale
cosa non si fa per tenersi i clienti…
2 Dirk
Sì, ma Armado ha altri 7 clienti! Der Rest geht zum Conad.
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