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Schwein schlachten

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Meinem Freund Massimiliano war wahrscheinlich nie daran gelegen, ein ganz normaler Typ zu sein, aber er hat zumindest mal einen ganz normalen Job gemacht, irgendwas mit Netzwerken, Netzwerksicherheit; ich weiß es nicht genau, wir haben nie drüber geredet. Jedenfalls ist er jeden Morgen um acht Uhr irgendwohin gefahren und am Ende des Monats dafür bezahlt worden, bis er die Nase voll davon hatte und sich in der Nähe von Orte ein kleines Stück Land gekauft und dort an die Arbeit gemacht hat, zielstrebig.

Heute, knapp 3 Jahre später, versorgt er sich und seine Familie weitgehend selbst, beliefert so einige Gemüseläden in und um Orte, produziert Olivenöl, hält jede Menge Tiere und hat aus den barackenähnlichen Überresten eines Wohnhauses, das sich auf dem Land befand, ein Haus gebaut, in dem es sich ziemlich gut leben lässt.

Alles selbst gemacht. Das entsprechende Knowhow hat er sich im Netz zusammengesucht. “Da findet man alles”, sagt er, “auch detaillierte Anleitungen zum Schlachten eines Schweins“, die er kürzlich erstmalig ausprobiert hat. “Man schneidet denen ja nicht einfach die Kehle durch”, hat er mir erklärt, “sondern man sticht an einem bestimmten Punkt einmal präzise zu und wenn man das richtig kann, ist das Vieh innerhalb von wenigen Sekunden tot”.

Mein Freund Massimiliano ist natürlich blutiger Anfänger, aber ich denke mal nach ein paar Minuten hatten es auch in seinem Fall alle hinter sich. Jedenfalls hat er an einem Morgen acht Stück auf einmal um die Ecke gebracht. Eins davon haben wir aufgegessen.

Schwein in Marinade

Nach 24 Stunden in einer Marinade aus Rotwein, Lorbeerblättern, Knoblauch und Wacholder ging’s mit ein paar Flaschen Bier zur Feuerstelle. 4 Stunden später sah das Vieh so aus:

Spanferkel

Da seine Zähne reinzuschlagen ist nicht jedermann’s Sache. Dem, der sowas öfter macht, sei ab und an zu den Rezepten von Metabolic Balance geraten.

Bald sollen übrigens ein paar Hühner dran glauben. Er hat mir schon genau erklärt, wie man das macht: “Man braucht da gar kein Werkzeug”. Ich werde jedenfalls mit der Videokamera hinfahren und berichten.


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