Meinem Freund Massimiliano war wahrscheinlich nie daran gelegen, ein ganz normaler Typ zu sein, aber er hat zumindest mal einen ganz normalen Job gemacht, irgendwas mit Netzwerken, Netzwerksicherheit; ich weiß es nicht genau, wir haben nie drüber geredet. Jedenfalls ist er jeden Morgen um acht Uhr irgendwohin gefahren und am Ende des Monats dafür bezahlt worden, bis er die Nase voll davon hatte und sich in der Nähe von Orte ein kleines Stück Land gekauft und dort an die Arbeit gemacht hat, zielstrebig.
Heute, knapp 3 Jahre später, versorgt er sich und seine Familie weitgehend selbst, beliefert so einige Gemüseläden in und um Orte, produziert Olivenöl, hält jede Menge Tiere und hat aus den barackenähnlichen Überresten eines Wohnhauses, das sich auf dem Land befand, ein Haus gebaut, in dem es sich ziemlich gut leben lässt.
Alles selbst gemacht. Das entsprechende Knowhow hat er sich im Netz zusammengesucht. “Da findet man alles”, sagt er, “auch detaillierte Anleitungen zum Schlachten eines Schweins“, die er kürzlich erstmalig ausprobiert hat. “Man schneidet denen ja nicht einfach die Kehle durch”, hat er mir erklärt, “sondern man sticht an einem bestimmten Punkt einmal präzise zu und wenn man das richtig kann, ist das Vieh innerhalb von wenigen Sekunden tot”.
Mein Freund Massimiliano ist natürlich blutiger Anfänger, aber ich denke mal nach ein paar Minuten hatten es auch in seinem Fall alle hinter sich. Jedenfalls hat er an einem Morgen acht Stück auf einmal um die Ecke gebracht. Eins davon haben wir aufgegessen.

Nach 24 Stunden in einer Marinade aus Rotwein, Lorbeerblättern, Knoblauch und Wacholder ging’s mit ein paar Flaschen Bier zur Feuerstelle. 4 Stunden später sah das Vieh so aus:

Da seine Zähne reinzuschlagen ist nicht jedermann’s Sache. Wer’s öfter macht, sollte jedenfalls einen Ernährungsberater hinzuziehen.
Bald sollen übrigens ein paar Hühner dran glauben. Er hat mir schon genau erklärt, wie man das macht: “Man braucht da gar kein Werkzeug”. Ich werde jedenfalls mit der Videokamera hinfahren und berichten.




8 responses so far ↓
1 Pierro // Apr 23, 2009 at 10:44
Wirklich watt janz watt Schweinischet :o)
Fuer einen Veget. sicherlich kein netter noch verlockender Anblick. Aber eine mir nahestehende Person machte alle Ihre Hochzeitsgaeste ueberaus zufrieden dreinschauend gluecklich mit einem ebensolchen Spanferkel ..
2 Peter Pan // Apr 23, 2009 at 10:49
Mein Fall war’s nicht so ganz. Ich habe ziemlich viele Kartoffeln gegessen.
3 nobabe // Apr 25, 2009 at 10:07
Koestlich!
Uebrigens eines meiner Lieblingskochbuecher: Schwein & Sohn , von Stephane Reynaud (Autor), Jose Reis de Matos (Autor), Marie-Pierre Morel (Autor)
4 valentina // Mai 11, 2009 at 08:34
per i polli se ne parla verso la fine di agosto…
ti mando la ricetta della pastiera e del gattò di patate?
5 Peter Pan // Mai 11, 2009 at 08:47
@valentina
Okay, vengo!
Sì, mandami la ricetta.
Grazie 1000.
6 Ronz // Jul 27, 2009 at 05:01
Geht es nur mir so oder ist das im Sud liegende Ferkelchen mit all seiner Todheit, Blutigkeit und Faltigkeit Poesie pur. Es liegt so friedlich und bedeckt eingerollt…wie im Mutter-Sauleib. Ein sehr interessantes Foto. Eine interessante Geschichte dazu. Dankeschön.
Ronz
7 Almi // Aug 1, 2009 at 20:23
Ekelhaft! ich finde es echt traurig das man so etwas normal findest, ein kleines Kind zu essen. Könnte man genau so gut sein eigenes Kind in den topf schmeißen, sorry wenn sich das jetzt etwas radikal anhört, aber wenn wir wirklich und ehrlich darüber nach denken würden, würden wir sehen das dass kein Lebensmittel ist sonder ein Lebewesen. ich weis ich kann da jetzt keinen überzeugen, will ich auch gar nicht. aber vielleicht nur ein bisschen darüber nachdenken wär schon mal super. Danke das ich meine Meinung kund tun durfte.
8 Bloffert Kappenstein // Okt 2, 2009 at 15:42
Arschlöcher wie der hiesige Blogger sollten schnellstmöglich die fotografierte Erfahrung am eigenen Leibe erleben.
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