In den letzten Wochen drängen, mitausgelöst offenbar durch ein Podcast der Webmasters on the Roof, vermehrt SEOs und Online-Marketer* ins Tweetgeschäft und äußern sich in ihren Blogs über Sinn und Nutzen von Twitter. Yannik Eckl von Blogschrott.net hat eine Blogparade “All about Twitter” gestartet, die ich zum Anlass nehme, auch kurz meinen Senf dazu zu geben.
(*) Einer dieser Neu-Twitterer mit inzwischen 29 Updates fragt bereits im vierten davon: “Hey Twitter-Verfolger: Wer weiß, welche Bedinungen es braucht, um die Public Timeline zu erreichen?” - Da ist gleich klar, zu welchem Zweck Twitter das Mittel sein soll. Sicher klappt das auch irgendwann, aber das dauert, und wenn es der einzige Zweck ist, lohnt sich der Aufwand nicht.
Ich habe in meinem Feedreader so einige dieser Blogposts von Leuten mit 10 - 20 Twitterupdates und 5 Followern gefunden, denen das “Publizieren von Belanglosigkeiten” nach kurzem Versuch zu blöde war. Kann ich nachvollziehen. Zum Twittern braucht man ein Gegenüber. Wer vom Publizieren redet, ins Leere twittert, hat dieses Gegenüber nicht gefunden. Twittern ist im besseren Fall eben kein Microblogging, ein Tweet keine Publikation.
Der größte Teil meiner Tweets ist heute an einzelne Personen der Gruppe gerichtet, die sich um mich herum gebildet hat, antwortet anderen*. Ob das, was ich einem anderen zutwittere, für ihn belanglos ist oder nicht, kann er mit einem Klick entscheiden. Objektiv belanglos kann ein Tweet nur dann geraten, wenn er nirgendwohin gerichtet ist.
(*) So einige DMs habe ich inzwischen auch schon ausgetauscht. Das ist, als wenn man sich was ins Ohr flüstert (Grüße an meine Kaminzimmerfreundin).
Ich bin nicht twittersüchtig, nicht mal twitterbegeistert. Twitter ist eine neue Funktion. Ich kann sie ganz gut gebrauchen. Twitter hat den einsamen Fensterplatz, an dem ich seit Jahren (25+) den größten Teil meiner Zeit verbringe, in eine Art Großraumbüro verwandelt, in dem es sich angenehmer arbeitet. Natürlich kann man da auch seine Zeit verschwenden, sich ablenken (Unwort 2008: Prokrastination) und den ganzen Tag rumquatschen, aber wer tut das schon? Ich habe durch meine Twitter-Freunde jede Menge Impulse, Anstöße, Antworten erhalten, wünsche ihnen einen guten Morgen und eine gute Nacht und so langsam wachsen die mir irgendwie ans Herz.

Ein Tweet ist aber auch keine Chat-Message. Das braucht man keinem erklären, der mehr als 10 oder 20 davon abgelassen hat.
Tools? Um meine Follower auf ein Blogposting hinzuweisen, benutze ich Alex King’s Twitter Tools, ansonsten habe ich diverse Twitter-Clients ausprobiert, bin aber inzwischen wieder zum Twittern from web zurück gekehrt. Ich seh die vielen bunten Bildchen so gerne und muss auch nicht alles in Realtime mitkriegen.




13 responses so far ↓
1 Kaminzimmerfreundin // Mai 12, 2008 at 18:28
Danke!
2 Markus // Mai 12, 2008 at 18:37
Guter Text. Bin gerade - wen wundert’s - von Twitter hier her gekommen.
3 Pierro // Mai 12, 2008 at 19:55
Howdy; leise habe auch ich schon von Twitter gehoert
Und mich freut es, Dich ueber selbige Platform “kennen gelernt zu haben”.
Bisweilen hat sich mir aber nicht der Sinn erschlossen, wie, was nicht selten der Fall, einige ihre gefuehlten +1000 Follower Listen handeln.
Ich bin bemueht die magische 50 nicht zu ueberschreiten, denn selbst mit dieser Zahl brauche ich ein gutes Deo, um nur annaehernd den “Kommunikationsfluss” der Account Person, denn das Wortkonglomerat “DiePersonKenneIch” grenzt, in meinem Fall, eher selten an die Realitaet, sicherlich zeitunterbrochen, folgen zu koennen ….
Ich liebe + schaetze und nutze Twitter mit steigender Tendenz .
4 Pierro // Mai 12, 2008 at 19:56
Eine Unmenge an Twittertools findet man auch auf dieser Page :
http://twurl.nl/e0tgbl
Salut
5 leu // Mai 12, 2008 at 20:32
@pierro
Ich finde so um die 90 zu followen ist nicht schlecht.
6 Dirk // Mai 12, 2008 at 20:43
Ciao Markus und Pierro, Dank für die Kommentare (natürlich auch an meine geheime Kaminzimmerfreundin).
@ Pierro
Für mich liegt die Grenze momentan auch bei 50. Mehr schaff ich nicht. Mehr ist keine Gruppe mehr. Da wird’s (für mich zumindest) Masse.
7 Dirk // Mai 12, 2008 at 21:07
@leu
gerade erst den Kommentar gesehen. Ciao!
8 Thomas // Mai 13, 2008 at 08:01
An mir ist diese Twitterei nahezu völlig vorbeigegangen… Vor kurzem hab ich so einen Comic gesehen, in dem ein Blogger zuerst über “richtige” Themen schreibt, ein Jahr später nur noch über eBay, Überwachungsstaat, Google und Skype und im dritten Jahr bloß noch über Twitter - zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich das erst gar nicht verstanden hab. Werde ich alt…?
9 Dirk // Mai 13, 2008 at 08:13
@Thomas, ich glaube, man muss schon im Netz leben und arbeiten und seine Tage da verbringen, um richtig zum Twittern zu kommen. Preußische Grüße
10 Holy Moly » Blog Archive » some Tweets . // Mai 15, 2008 at 12:27
[…] Nolte, der einen interessanten Beitrag Twitter und das Publizieren von Belanglosigkeiten verfasste, hat es in seinem Blog zur kleinen Traditon werden lassen, einige sogenannte […]
11 Blogschrott.net » Blog Archive » Blogparade: Twitter - Zwischenfazit! // Mai 17, 2008 at 09:12
[…] feldstudie.net mlogger.de wuensch-media.de dimido.de 1gramm.de […]
12 Feldstudie.net .::. Twittern oder nicht twittern - das ist hier die Frage .::. Blogparade, Twitter, Web 2.0 // Jun 8, 2008 at 14:35
[…] 1gramm.de […]
13 Qualitätstwitterer // Aug 11, 2008 at 08:28
[…] mir so begegnen, die erschließt sich mir manchmal gar nicht. Jedenfalls: Ich habe (siehe auch Twitter und das Publizieren von Belanglosigkeiten) lieber die Tweets mit dem @ […]
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